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Kalkulation


Grundsätzlich ermittelt SOG ERP (VACOS) bei einer Kalkulation immer auf Basis eines Ursprungspreis aus über einen sog. Kalkulationsweg den Zielpreis. Dabei kann es sich um eine Einstandspreiskalkulation ebenso handeln wie um eine Preislistenkalkulation.
Artikelübergreifende Kalkulationswege werden im Musterartikel Kalkulation (SA 2/Artikel-ID 1) hinterlegt. Von dort aus werden diese für die Ermittlung der kalkulierten Preise verwendet. Alternativ können Sie in der Artikelverwaltung natürlich auch für einen einzelnen Artikel einen Kalkulationsweg definieren.

Je Artikel können beliebig viele Kalkulationswege hinterlegt werden.

 

Für die Nutzung der Kalkulation ist die Lizenz preiskalk und vorg-kalk notwendig.

Vorkalkulation


Für die Vorkalkulation definieren Sie im Programm Artikel (p841) für einen oder mehrere Artikel im Bereich Kalkulation einen Kalkulationsweg.

Preiskalkulation


Zunächst wird im Bereich Kalkulation definiert, von welchem Basispreis die Kalkulation ausgehen soll und wohin der Zielpreis geschrieben werden soll (in welche Preisliste/für welche Mengenstufe).

 

Kalkulationsziel:

Erfassen Sie hier die Satzart und die Nummer der Preisliste, für die Preise ermittelt werden sollen. Hier im Beispiel ist das Satzart 1 (Verkauf) und Preisliste 9 (standardmäßig in SOG ERP (VACOS)) die sog. Cost-Preisliste für den Einstands-(Cost-)Preis. Definieren Sie hier auch, für welche Mengenstufe der Preis kalkuliert werden soll.

Kalkulationsbasis:

Definieren Sie hier, welchen Preis SOG ERP (VACOS) als Basispreis, von dem aus die zusätzlichen kalkulatorischen Kosten ermittelt werden sollen, für die Kalkulation nutzen soll. Dabei ist zu beachten, dass für den Basispreis nicht einfach der Preis aus einer Preisliste herangezogen wird, sondern eine echte Preisermittlung (inklusive evtl. Zu-/Abschläge etc.) erfolgt. Hier stehen zur Verfügung:

  • Preisliste als Basis der Kalkulation: Dabei ist zu beachten, dass entweder eine definierte Preisliste (z. B. eine Verkaufs- oder Einkaufspreisliste) herangezogen werden kann oder im Bereich der Preisliste definierte Kennziffern im Zusammenspiel mit der Angabe eines Lagers den Basispreis bestimmen.

  • Preis des angegebenen Lieferanten: Sie können entweder Matchcode oder Kontonummer erfassen. Zu beachten ist, dass nicht nur der Preis aus der Lieferantenpreisliste genommen wird, sondern dass eine Preisermittlung erfolgt! Entsprechend muss z. B. im Globalparameter (p001) eine Standardkonditionsgruppe hinterlegt sein, damit die Preisermittlung funktioniert.

  • Lager: Im Zusammenspiel mit dem oben genannten Kennzeichen in der Preisliste kann hier z. B. der Bewertungspreis des Artikels im definierten Lager als Basis herangezogen werden.

  • Preis: Ist hier ein Preis manuell erfasst, so greift dieser als Basispreis, sofern nicht eine andere Ermittlung aus den bisher genannten Möglichkeiten erfolgen kann.

Kalkulationsweg:

Hiermit wird der Aufbau des Kalkulationsschlüsselbegriffs, der zur Ermittlung des Preises herangezogen wird, definiert.

Kalkulationsbasisdaten:

Die Basisdaten werden normalerweise aus dem Lieferanten übernommen. Wenn aber Änderungen manuell in diesen Daten erfolgen, werden diese gespeichert, eine Übernahme aus dem Lieferanten erfolgt nicht mehr. Entsprechend müssten diese Daten immer wieder manuell angepasst werden.

Kalkulationsarten:

Unter Kalkulationsarten versteht man in SOG ERP (VACOS) einen Schlüsselbegriff. Mit diesem ist es möglich, eine Kostenart oder eine Kalkulationsgröße textlich zu bezeichnen, um den Kalkulationsrechenweg nachvollziehbar zu gestalten. Die Verwaltung der Kalkulationsarten erfolgt über den Parameter Kalkulationsarten. Beispiele für Kalkulationsarten sind Nebenkosten, Fracht- und FOB-Kosten, aber auch Verkaufs- und Gewinnaufschläge, sofern eine Verkaufspreiskalkulation erfolgen soll.

SOG ERP (VACOS) rechnet, egal in welcher Währung der Basispreis ist, grundsätzlich in der Hauswährung, d. h. die Kalkulation berücksichtigt die in der Währungsverwaltung (waehrsu) hinterlegten Wechselkurse.

Herkunftsarten


Entscheidend für die Pflege des Kalkulationsfaktors ist, welche Herkunft er hat.
Bei manueller Faktoreingabe kann im Kalkulationsschema der Faktor jeweils per Hand eingetragen werden.
Bei Kalkulationsarten mit automatischer Herkunft (z. B. ermittelt aus Zollwerten, Frachten oder lieferanten-/kundebezogenen Faktoren) kann der Faktor nicht im Kalkulationsweg gepflegt werden.

 

Manuelle Faktoreingabe

Der Kalkulationsfaktor wird manuell entweder in die Definition des Kalkulationsfaktors eingetragen oder direkt im Kalkulationsweg erfasst.

Lieferantenskonto über Zahlungsbedingung

Faktor wird ermittelt über das Skonto in der für den Lieferanten/den Einkauf gültigen Zahlungsbedingung.

Lieferantenbezogener Faktor

Über die Kalkulationsfaktoren im Lieferantenstamm (p843) können lieferantenabhägige Faktoren zur Kalkulation heran gezogen werden.

Frachtkosten - günstigste über Frachttabelle/ungünstigste über Frachttabelle

Über den Parameter fracht können in SOG ERP (VACOS) Frachten gepflegt und so für die Kalkulation herangezogen werden.
Voraussetzung hierfür ist, dass, je nach Ermittlung der Frachtraten über Gewicht oder Volumen, Gewichte und Volumina in allen Artikeln gepflegt wurden, um die Frachtermittlung zu ermöglichen. Außerdem müssen entsprechende Versandarten und -wege angelegt sein.

  • Ist nur eine Frachtrate erfasst, so wird in jedem Fall diese als Basis für die Kalkulation genutzt.

  • Sind beide Frachtraten gefüllt, so prüft das System bei der Kalkulation beide Frachtraten und macht einen Vergleich der Ergebnisse. Dann wird je nach Einstellung in c054 - Kalkulationsarten (kalk) die günstigste oder günstigste Fracht genutzt.

     
    Beispiel: Es wird eine Frachtrate auf Volumenbasis und eine auf Gewichtsbasis erfasst. Werden jetzt zum Beispiel sehr schwere Waren versendet, die an das Gewichtslimit eines Containers gehen, ohne dass der Container voll ist, so ist die günstigste Fracht evtl. die gewichtsabhängige Fracht.

Versicherung über Frachttabelle

Im Parameter fracht können Sie einen entsprechenden Versicherungswert erfassen, der für die Kalkulation herangezogen werden kann.

Zoll über Zolltabelle (p837)

Im Programm Zolltarifnummern können Sie die Verzollungswerte hinterlegen, die für die Kalkulation herangezogen werden können. Wichtig ist hier auch, dass monatliche Zollkurse in der Währungsverwaltung (waehrsu) zur korrekten Abrechnung gepflegt werden.

Grüner Punkt über GP-Daten (p841)

Über die im Artikelstamm definierten Verpackungskategorien für den Grünen Punkt können Faktoren zur Kalkulation herangezogen werden.

Umschlagskosten/Sonderkosten 1,2 + 3 über Frachttabelle

Im Parameter fracht können Sie ebenfalls Umschlagskosten und/oder Sonderkosten hinterlegen, die für die Kalkulation verwendet werden können.
Voraussetzung hierfür ist, dass, je nach Ermittlung der Kosten über Gewicht oder Volumen, Gewichte und Volumina in allen Artikeln gepflegt wurden, um die Frachtermittlung zu ermöglichen. Außerdem müssen entsprechende Versandarten und -wege angelegt sein.

Frachtkosten - Hafen/Lager über Lagersteuerung/Frachttabelle

In der Lagersteuerung p826 haben Sie im Reiter Steuerung die Möglichkeit, Versandart und Versandort für jedes Lager zu hinterlegen, auf deren Basis die Frachtkosten für die Kalkulation aus dem Parameter fracht für die Kalkulation herangezogen werden kann.
Auch hier gilt, dass die Voraussetzungen für eine fehlerlose Ermittlung darin liegt, Gewichte oder Volumina in den Artikeln zu pflegen.

Versicherung - Hafen/Lager über Frachttabelle

In der Lagersteuerung p826 haben Sie im Reiter Steuerung die Möglichkeit, Versandart und Versandort für jedes Lager zu hinterlegen, auf deren Basis die Versicherungskosten für die Kalkulation aus dem Parameter fracht für die Kalkulation herangezogen werden kann. Basis ist auch hier die Pflege der Artikel mit Gewicht oder Volumen, je nach Art der Frachtermittlung.

Ausgangsfrachtkosten - günstigste/ungünstigste Versandort = 0, Versandart = 0

Für die Ausgangsfrachtkosten in der Kalkulation können Sie im Parameter fracht eine Kombination aus Versandart 0 und Versandort 0 hinterlegen, die dann für die Kalkulation herangezogen werden kann. Auch hier: Pflege der Artikel mit Gewicht/Volumen notwendig.

Kalkulations-Basis-Preis

Bei Auswahl dieser Herkunft wird der Wert für die Kalkulation über die Basisdaten des Kalkulationsweges ermittelt (Preisermittlung z. B. auf Lieferantenbasispreis).

Kundenbezogener Faktor

Über die Kalkulationsfaktoren im Kundenstamm (p842) können kundenabhägige Faktoren zur Kalkulation heran gezogen werden.

Marktordnungserstattungswert

In SOG ERP (VACOS) ist es möglich, für sog. Marktordnungsware (z. B. Zucker, Milch etc.) mögliche Erstattungen ermitteln zu lassen. Dazu muss im Artikel eine Marktordungsnummer hinterlegt und die Kategorien im Artikel (p841) gepflegt sein. Dann können diese Daten für die Kalkulation herangezogen werden.

Einrichten einer Kalkulationsart im Kalkulationsweg


Das Kalkulationsschema setzt sich zusammen aus der Einrichtung der notwendigen Kalkulationsarten in einer Ihren Bedürfnissen entsprechenden Reihenfolge. Basis einer jeden Kalkulation muss in der ersten Zeile des Schemas der von Ihnen definierte Basispreis sein. Auf diesen werden dann die folgenden Kalkulationsarten angewendet.

Für die Einrichtung einer Kalkulationsart können Sie einen bestehenden Faktor auswählen (sofern schon in kalk definiert) oder einen neue Kalkulationsart im Parameter kalk anlegen, die Sie dann später dem Schema hinzufügen können. Mit der Anlage einer Kalkulationsart definieren Sie deren Grundeigenschaften, deren Erläuterung Sie der Dokumentation des genannten Parameters entnehmen können.

 

Weitere Schritte:


  • Nach Auswahl des Kalkulationsfaktors wählen Sie die Basis, auf der der Wert ermittelt werden soll, aus.

  • Weiterhin definieren Sie, von welcher Basiszeile aus der Wert ermittelt werden soll. D. h. Sie legen fest, von welchem Wert aus welcher Zeile aus ein evtl. zu errechnender Prozentsatz ermittelt werden soll.

  • Als Nächstes definieren Sie den zu verwendenden Faktor für diesen Kalkulationsfaktor, es sei denn, er wurde von Ihnen bereits im Paramater kalk vorgegeben.

  • Dann legen Sie fest, mit welcher Rechenvariante der Wert ermittelt werden soll.

  • Zuletzt bestimmen Sie, wie die Rundung eines ermittelten Wertes erfolgen soll (Rundungsgenauigkeit und Rundungsvariante).

Überprüfung des Basispreis


Bitte überprüfen Sie im Kalkulationsweg, ob der richtige Basispreis ermittelt wird. Sollte der Basispreis nicht erscheinen, ist keine Preisermittlung für diesen Preis möglich. Bitte überprüfen Sie dann entsprechend die Preisfindung/-ermittlung im Artikelcenter (p541) oder im Artikelcenter (ac).

Übertragung der Musterkalkulation in die Artikel


Für die Vorkalkulation definieren Sie im Programm Artikel (p841) für den Musterartikel im Bereich Kalkulation einen Kalkulationsweg. Erläutert wird das Vorgehen hier am Beispiel einer Einstandspreiskalkulation, für die Preislistenkalkulation abweichende Vorgehensweisen werden im Kapitel Preislistenkalkulation erläutert.

 

Einstandspreise

Mit dem Programm Automatische Einstandspreisermittlung (p942) wird dafür gesorgt, dass die ermittelten Einstandspreise in die Preislisten der Artikel übernommen und evtl. fehlende Kalkulationen in den Artikeln gebildet werden. Das Programm kann im Nachtjob integriert werden. Einstandspreise werden immer nur auf einer Stufe kalkuliert (keine Mengenstufen), da diese auch zur Lagerbewertung herangezogen werden können (z. B. im p321 - Artikelauswertung (aausw)).

Weitere Artikelpreise

Mit dem Programm Artikelpreise kalkulieren (p938) werden die Preise für die zu ermittelnden Kalkulationen in die jeweiligen Preislisten geschrieben und evtl. fehlende Kalkulationen in den Artikeln gebildet.

Alternativ kann im Artikelstamm (p841) die Ermittlung erfolgen, in dem Sie im Bereich Preise die Funktion /Preislistenkalkulation/Preis für eine oder mehrere Preislisten betätigen und so den neuen Preis für diesen einen Artikel ermitteln.

Nutzung der Kalkulation für die Buchung von Eingangsbelegen


Bei der Buchung von Eingangsbelegen (p210) haben Sie die Möglichkeit, die Buchung inklusive der kalkulierten Kosten durchzuführen. Dabei versucht das System, alle in der Kalkulation vorhandenen Komponenten (Lieferant, Preis, Zahlungsbedingung, Versandart- und ort etc.) aus dem Beleg zu übernehmen und die Kosten entsprechend zu kalkulieren und zu buchen. Die Einstellung dieser Buchungsweise kann im Programmparameter p210 (pp210) vorgenommen werden. Verändert werden nur Buchungen im Lager (Lagerwert), für die Finanzbuchhaltung werden die Originalwerte aus der Rechnung gebucht und übergeben.

Nachkalkulation

 
Um z. B. die Einstandspreiskalkulation zu ergänzen, können Sie in SOG ERP (VACOS) Werte für die Nachkalkulation erfassen. Dazu können z. B. Frachtkosten im Programm Eingangsbelege (p210) erfasst werden. Dazu erfassen Sie zu einem Eingangsbeleg nachträglich die Frachtkosten, die dann über das Programm entsprechend ihrer Vorgaben verteilt werden.

Für die Verteilung der Kosten können im Parameter kalk die Voraussetzungen geschaffen werden (Verteilungsschlüssel, Verteilung der Istkosten). Eine Nachkalkulation ist nur möglich, wenn eine Vorkalkulation existiert. Die Nachkalkulation beeinflusst den Lagerbewertungspreis!