SOG-Helpcenter Logo SOG Business - Software

Rahmenaufträge - Abruf mit rollierender Reservierungsmethodik


Organisation

 

Ziel:

 

Integration der Abwicklung von Abrufaufträgen der Auftragsart=3 (Rahmenauftrag) in das Verfahren für die stabile Terminermittlung, ohne dass die Abrufaufträge durch vorrangige Reservierung die Zuordnung anderer Aufträge und deren Terminierung beeinflussen.

Auftragsart 2 (Terminauftrag) vs. Auftragsart 3 (Rahmenauftrag)

Der entscheidende Unterschied der Auftragsart 3 (Rahmenauftrag) gegenüber der Auftragsart 2 (Terminauftrag) besteht darin, dass für diese Rahmenaufträge eine Teilmenge reserviert werden kann. Ohne Aktivierung des rollierenden Reservierungsverfahrens wirkt die Reservierungsmenge in Rahmenauftragspositionen immer vorrangig und verhindert eine stabile Terminbehandlung für konkurrierende Auftragspositionen.

 

Implementierung:

 

Beteiligte Programme

p001 - Globaleinstellungen (glob) - Verkauf

pp122 - Parameter Lieferzuteilung (lfzutpar) (optional)

c125 - Terminkennzeichen Verkauf (Steuerung) (vkterkz)

c001 - Funktionsparameter Verwaltung (Optionen) (optsu) 

p102 - Auftragsbearbeitung (aufbea)

 

Beteiligte Datenfelder

Bereistellungsmenge über die Reservierungsmenge in der Auftragsposition (f090.res_menge)

 

 

In einem Abrufzyklus bereits verteilte Menge (f090.vert_menge)

 

Frühester Abruftermin (f090.abruf_ab)

 

 

 

 

 

Der früheste Abruftermin ist ab bestimmten Ereignissen nicht mehr änderbar, weil dadurch die Reservierung und Terminierung der Bereitstellungsmenge gesteuert wird.

 

Ab wann ist f092.abruf_ter im Verkauf(p102) nicht mehr änderbar:

 

Wenn

die Reservierung erfolgt ist (Abruf_ab_termin - WBZ)

 

UND

 

b_menge != gb_menge (Abruf existiert über Unterposition)

oder

r_menge != b_menge (Bereits eine Lieferung erfolgt)

 

Vor Eintritt der Reservierung bleibt der Abruftermin immer noch änderbar.

Wenn der Abruf die aktuelle Lagerverfügbarkeit nicht reduzieren soll, dann sollte rüheste Abruftermin aber mindestens die WBZ-Tage in der Zukunft liegen.

 

Notwendige Einstellungen

 

p001 - Globaleinstellungen (glob) - Verkauf

Hierdurch wird das rollierende Reservierungsverfahren für Abrufaufträge aktiviert.

Erst durch diese Aktivierung wird die f090.vert_menge durch das p122 - Lieferzuteilung (lfzut) fortgeschrieben .
Das ist für eine nachträgliche Implementierung mit bereits existierenden Abrufaufträgen zu beachten.

 

Prozentsatz, ab dem Verteilungsmengen gelöscht und neue Erfassungs-/Modifikationszeitpunkte in Hauptpositionen von Verkaufs-Rahmenaufträgen gebildet werden. 
0 = keine Nutzung der Verteilungsmenge 

Anzugeben ist der prozentuale Anteil, der noch nicht auf Unterpositionen verteilten Menge an der Reservierungsmenge der Hauptposition. 70% bedeutet zum Beispiel bei einer Reservierungsmenge von 1.000 Stück, dass nach einer Verteilung von 700 Stück eine Änderung des Erfassungs-/Modifikationszeitpunktes auf die aktuelle Zeit und eine Löschung der Verteilungsmenge im Programm p122 - Lieferzuteilung (lfzut) vorgenommen wird. Weitere Einstellungen zu dieser Funktion finden sich im Steuerungsparameter des Programmes p122 (pp122). 

Durch Aktivierung der Verteilungsmengenbildung ändert sich auch die Verarbeitung der Hauptposition in der Bildung des Artikel-Terminrasters. Der in der Position enthaltene Erfassungs-/Modifikationszeitpunkt wird nur noch für die sich aus Positionsreservierungsmenge - verteilte Menge ergebende Menge genutzt, die übrige Menge wird mit dem jeweils aktuellen Zeitpunkt berücksichtigt.

 

pp122 - Parameter Lieferzuteilung (lfzutpar) (optional)

 

Behandlung offene Verteilungsmengen

 

Durch Aktivierung dieser Funktion wird bei der Löschung der Verteilungsmengen aus Rahmenaufträgen automatisch eine neue Vorgangsunterposition mit Erfassungs-/Modifikationszeitpunkt, Termin und noch nicht verteilter Menge der Hauptposition gebildet. Um eine automatische Auslieferung der neu gebildeten Unterposition zu vermeiden, muss ein Terminkennzeichen ohne automatische Lieferfreigabe definiert werden.

Organisatorische Bedeutung zur Aktivierung dieser Funktion:

 
Vorteil: 
Die noch nicht abgerufenen/verteilten Mengen bleiben mit Ihrem frühen Bestellzeitpunkt und damit der vorteilhaften Reservierung erhalten.

 
Nachteil:
Es entstehen Unterpositionen mit Teilmengen aus den reservierten aber nicht abgerufenen Restmengen. Die Entstehung dieser Mengen kann durch sinnvolle Abrufmengen trotzdem übersichtlich gehalten werden. Es besteht aber die Gefahr, dass es zur Bildung von Unterpositionen und Teilmengen kommt, die die Bearbeitung der Abrufe und Lieferfreigaben unübersichtlicher gestalten.

 

c125 - Terminkennzeichen Verkauf (Steuerung) (vkterkz)

Einrichtung eines Verkaufsterminkennzeichen für die Steuerung von Abrufaufträgen:

c126 - Terminkennzeichenerläuterung (terkz) - Bezeichnungsvergabe des Terminkennzeichens!

c125 - Terminkennzeichen Verkauf (Steuerung) (vkterkz)- Steuerung des Terminkennzeichens

 

c001 - Funktionsparameter Verwaltung (Optionen) (optsu) (optional , aber besonders wichtig im Zusammenhang mit Abrufaufträgen, damit die langfristig geplanten noch nicht abgerufenen Mengen außerhalb der WBZ geplant werden und nicht den Lagerbestand reservieren/blockieren)

Nutzung dieser Option erfordert, dass die Wiederbeschaffungszeit in den Artikeln korrekt und sinnvoll gepflegt ist!

Option ZutermWbzEkpos

 

Im Terminraster automatische Bildung einer Einkaufsposition mit Bestellnummer 99999999 und dem Wiederbeschaffungstermin und Zuordnung der Verkaufspositionen auf diese Einkaufsposition für Verkaufspositionen deren Termin nicht innerhalb der Wiederbeschaffungszeit liegt, wenn für den Artikel noch Einkäufe erlaubt sind.

Parametervariante1

1 = wenn der früheste Termin der Verkaufsposition außerhalb der Wiederbeschaffungszeit liegt 
2 = wenn der späteste Termin der Verkaufsposition außerhalb der Wiederbeschaffungszeit liegt 
3 = wenn der Basistermin zur Ermittlung des frühesten/spätesten Termins der Verkaufsposition außerhalb der Wiederbeschaffungszeit liegt

UposClrBestterminVk 


Eintrag des Terminkennzeichens (3 = Abrufplanung) für Unterpositionen, die bei Erzeugung nicht die Bestätigungsinformation aus der Hauptposition erben sollen.

 

 

Auswirkungen des rollierenden Reservierungsverhalten - Beispiel:

 

Datensituation:

 

Artikel mit einer Wiederbeschaffungszeit von 60 Tagen und einem Mindestbestand von 100 Stück.

Aktueller Bestand 144 Stück

 

Kunde Lieferant

Aktion

Zeitpunkt Erfassung

Menge

Plan-

termin

Kommentar

A

Terminauftrag

8.4.

12

sofort

da noch 144 Stück verfügbar, danach 132 noch verfügbar

B

Rahmenauftrag

10.4.

600 (bereitge-stellt 120)

 

abrufbar sofort oder ab 10.6., teilreservierte Menge von 120 Stück, danach noch 12 frei verfügbar

B

Abruf

11.4.

24

sofort

da von der bereit gestellten Menge des Abrufauftrags

C

Terminauftrag

13.4.

12

sofort

möglich durch rollierende Reservierung, da noch 12 verfügbar nach Abzug der Mengen aus dem Abrufauftrag

D

Terminauftrag

14.4.

48

12.6.

keine sofort verfügbare Menge mehr, muss zu Bestellung zugeordnet werden

C

Terminauftrag

19.4.

12

12.6.

dito.

B

Abruf

25.4

24

sofort

Nach diesem Abruf erfolgt Nach-Reservierung und Bestellvorschlag, ohne die Aufträge von A, sowie von C und D terminlich zu benachteiligen

 

 

 

 

 

 

Lieferant

Bestellung

12.4.

 

12.6.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Lieferant

Bestellung

26.4.

 

26.6.

 

 

 

 

 

 

 

 

Beispiel einer Auftragsbestätigung nach einem ersten Abruf wie im Beispiel oben:

 

 

 

 

 

 

 

Terminauftrag

8.4.

12

sofort

 

 

Rahmenauftrag

10.4.

600 (bereit 120)

 

abrufbar sofort oder ab 10.6.

 

Abruf

11.4.

24

sofort

 

 

Terminauftrag

13.4.

12

sofort

möglich durch rollierende Reservierung

 

Terminauftrag

14.4.

48

12.6.

 

 

Terminauftrag

19.4.

12

12.6.

 

 

Abruf

25.4

24

sofort

Nach diesem Abruf erfolgt Nach-Reservierung und Bestellvorschlag, ohne die Aufträge von A, sowie von C und D terminlich zu benachteiligen

 

 

 

 

 

 

 

Bestellung

12.4.

 

12.6.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bestellung

26.4.

 

26.6.